Lilo - geboren irgendwann // gestorben am 14.05.2012

 

Lilo kam über den Verein Zwerge in Not e.V. zu uns. Eines Abends war ich mal wieder im Internet "unterwegs" und kam auf die Seite der "Zwerge" - da sah mich ein Augenpaar an.

 

Und dieser Blick ging mir auf direktem Weg ins Herz!

Lilo stammte ursprünglich aus Polen. Sie war einfach bei Kälte und Schnee auf die Strasse gesetzt worden - wohl weil sie alt und krank war. Zum Glück wurde sie gefunden und ins Tierheim gebracht. Von dort aus ging es nach Brandenburg zu Frau Täuber von den Zwergen in Not e.V..

 

Am 31.01.2011 holten Martin und ich die kleine Lilo zu uns nach Hause. Die Maus war in einem erbärmlichen Zustand. Ihr Körper verfügte über keinerlei Reserven mehr und darum mußte sie auch im Haus ein gefüttertes, wärmendes Mäntelchen tragen.

Es ist schon erstaunlich, daß diese über Jahre misshandelten Hunde immer wieder bereit sind, uns Menschen eine Chance zu geben und uns ihr Vertrauen zu schenken. So auch Lilo!


Und die kleine Schnecke entwickelte sogar einen eigenen, recht ausgeprägten Willen. Ich hatte geglaubt, daß Lilo jeden Tag mit mir zur Arbeit gehen und an der Reception unter meinem Schreibtisch liegen würde. Deshalb hatte ich ihr auch ein zweites (völlig identisches) Körbchen gekauft. Aber der Pinscher-Mix-Querkopf war anderer Meinung - sie wollte lieber ganz alleine in IHREN Körbchen liegen bleiben und schlafen.

UND auf den Abend warten.

 

Denn mit dieser Hündin hatte Martin endlich etwas Glück. Für Lilo gab es nichts schöneres, als die Abende bei Herrchen zu liegen, gekrault zu werden und dabei (wieder einmal) zu schlafen. Wenn es ihr mit ihrem Umzug auf Herrchens Sofa nicht schnell genug ging (sie wurde selbstverständlich dahin getragen), dann hatte Lilo gar keine Probleme, ihr "Recht" lautstark einzufordern.

 

Außer um ihr "Geschäft" zu machen, ging Lilo selten aus der Wohnung. Für sie war es eher eine Belastung als eine Freude, auf der Wiese herum zu laufen und die verschiedenen Düfte zu erschnüffeln. Wenn wir uns umdrehten, ergriff Klein-Lilo gerne die Chance und stakste auf ihren dünnen Beinchen wieder zur Eingangstür.

 

Dieser Unwille zur ausgiebigen Bewegung mag seinen Grund daher haben, daß sie eine kaputte Wirbelsäule hatte und nur gekrümmt laufen konnte. ABER, ein paar Aufnahmen von Lilo und der Wiese gibt es doch:

Und ich habe auch noch einige Bilder von Lilo unter dem Schreibtisch an der Reception gefunden - sie blieb dafür ein Augenblick still liegen, BEVOR sie die Flucht Richtung Appartement ergriff.

Ziemlich schnell war klar, daß Lilo Krebs im Endstadium hatte. Es waren diverse Geschwüre zu erfühlen und die Röntgenbilder bestätigten leider diese Vermutung.

 

Trotzdem lebte Lilo noch unglaubliche 16 Monate bei uns, bevor sie am 14.05.2012 ihre Kräfte endgültig verließen. Unsere Tierärztin half meinem kleinen Querkopf friedlich und schmerzfrei über die Regenbogenbrücke zu gehen.

 

Wir haben Lilo zu uns nach Hause geholt und sie liegt nun neben Gitti und Akki auf dem Grundstück unter einem Strauch.

 

Ich persönlich hätte mir gewünscht, daß Lilo noch ein wenig länger die Erfahrung machen darf, daß Menschen lieb und zärtlich sein können.

Aber egal, wie lang oder kurz sie ihr Leben mit uns geteilt hat - sie wird immer einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen haben. 

Meine Rübennasen [-cartcount]